Buchhaltung auslagern oder selbst machen?
Kurzantwort: Buchhaltung selbst machen kostet EUR 10–30/Monat (Software), Auslagern EUR 200–800/Monat. Für EPUs mit wenigen Belegen und einfacher E/A-Rechnung lohnt sich die Selbsterledigung. Ab Bilanzierungspflicht oder mehr als 100 Belegen pro Monat ist Auslagern meist wirtschaftlicher.
Was umfasst „Buchhaltung" eigentlich?
Unter Buchhaltung fallen verschiedene Aufgaben, die nicht alle gleich komplex sind:
- Laufende Buchführung: Belege erfassen, Bankbewegungen zuordnen, Kassabuch führen
- Umsatzsteuervoranmeldung (UVA): Monatlich oder quartalsweise an das Finanzamt melden
- Jahresabschluss: Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanz zum Jahresende
- Steuererklärungen: E1, U1, K1 — je nach Rechtsform
- Lohnverrechnung: Gehaltsabrechnung, Sozialversicherung, Lohnsteuer (falls Mitarbeiter)
Wichtig: Sie können diese Aufgaben auch aufteilen — z.B. die laufende Buchhaltung selbst machen und nur den Jahresabschluss an den Steuerberater übergeben.
Kosten-Vergleich: Selbst vs. Auslagern
Option 1: Komplett selbst machen
- Software: EUR 10–30/Monat (ProSaldo, BMD Easy, sevDesk, FreeFinance)
- Zeitaufwand: 2–8 Stunden pro Monat (je nach Belegvolumen)
- Jahresabschluss selbst: Nur bei E/A-Rechnung realistisch
- Gesamtkosten: EUR 120–360 pro Jahr + Ihre Zeit
Option 2: Komplett auslagern
- EPU (E/A-Rechnung): EUR 100–300/Monat inkl. Jahresabschluss
- GmbH (Bilanzierung): EUR 300–800/Monat inkl. Jahresabschluss
- Zeitaufwand: Nur Belege sammeln und übergeben
- Gesamtkosten: EUR 1.200–9.600 pro Jahr
Option 3: Hybrid (empfohlen für viele EPUs)
- Laufende Buchhaltung selbst mit Software: EUR 10–30/Monat
- Jahresabschluss + Steuererklärungen durch Steuerberater: EUR 500–1.500 einmalig pro Jahr
- Gesamtkosten: EUR 620–1.860 pro Jahr — der beste Kompromiss aus Kosten und Sicherheit
Wann lohnt sich die Selbsterledigung?
- Weniger als 50 Belege pro Monat
- Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (keine Bilanzierungspflicht)
- Keine Mitarbeiter (keine Lohnverrechnung)
- Einfache Geschäftsfälle (Dienstleistungen, keine Ware)
- Bereitschaft, sich einzuarbeiten und diszipliniert zu buchen
Wann sollten Sie auslagern?
- Bilanzierungspflicht (GmbH, Umsatz über EUR 700.000)
- Mehr als 100 Belege pro Monat
- Mitarbeiter und Lohnverrechnung
- Komplexe Geschäftsfälle (Importe, Reverse Charge, Bauleistungen)
- Ihre Zeit ist wertvoller als die Steuerberater-Kosten
- Sie haben keine Lust auf Buchhaltung — Fehler aus Unlust kosten mehr als der Steuerberater
Beliebte Buchhaltungssoftware in Österreich
Diese Tools sind speziell auf die österreichische Gesetzgebung zugeschnitten:
- ProSaldo.net: Marktführer für EPUs, intuitiv, ab EUR 10/Monat
- BMD NTCS / BMD Easy: Professionell, auch von Steuerberatern genutzt
- sevDesk: Modern, cloud-basiert, guter Belegupload
- FreeFinance: Österreichischer Anbieter, E/A-Rechnung und Bilanzierung
Weiterführende Ratgeber
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Steuerberater suchenarrow_forwardDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung.